Facebook-Unternehmensseiten verwalten – aber richtig!

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Was ist den vielen Aussagen rund um Reichweitenstärke und Vernetzungsmöglichkeiten bei Facebook eigentlich noch hinzuzufügen? Die Zahlen sprechen schließlich für sich. Im Monat tummeln sich hier 1,7 Milliarden User. Die Chance, dass hier auch potenzielle Kunden eines Unternehmens dabei sind, ist relativ groß. Die Reichweite, die durch Liken, Teilen und Kommentieren entsteht auch. Und das sind nur zwei der Gründe, warum sich eine solche Fanpage lohnt.

Viele Unternehmen haben auf diese Entwicklung bereits reagiert und halten ihre Kunden mit regelmäßigen Postings auf dem Laufenden. Diese Idee ist grundsätzlich natürlich super – wenn man dabei auf ein paar Kleinigkeiten achtet und gängige Fehler vermeidet. Nachdem die erste Euphorie über die neue Seite und die vielen Möglichkeiten abgeklungen ist, tauchen nämlich die Fragen auf: Was soll eigentlich gepostet werden? Und wie? Und vor allem wann?

Diese Unsicherheit sorgt gelegentlich dafür, dass die Möglichkeiten, die Facebook bietet, nicht vollständige ausgeschöpft werden. Dieser Blogartikel widmet sich deshalb der Frage, was es bei der Verwaltung einer Facebook-Unternehmensseite zu beachten gibt – und was ein Administrator lieber vermeiden sollte.

Mehrwert, Interaktivität und Abwechslung als Motive für Facebook-Postings

Eine wichtige Funktion stellt die Beitragsoption dar. In einem Textfeld können Beiträge eingefügt und per Klick auf einen entsprechenden Button entweder direkt gepostet oder geplant werden. Ähnliches gilt für Bilder. Das klingt grundsätzlich nicht kompliziert. Der Teufel steckt hier jedoch häufig im Detail.

Die Texte sollten dabei nämlich kurz, knapp und leicht verständlich sein. Interaktivität mit den Usern und mehrwerthaltiger Content stehen hierbei im Vordergrund. Gewinnspiele bringen Abwechslung, die Standortfunktion und erstellte Veranstaltungen verknüpfen die Nutzer mit dem Unternehmen. Die Frage, die sich der zuständige Administrator hierbei stellen sollte, ist also weniger ob etwas gespostet wird, sondern eher was die Zielgruppe interessiert, sie möglicherweise an das Unternehmen bindet, Interesse weckt. Es kann nicht das Ziel sein, möglichst viel und möglichst häufig zu posten. In diesem Fall drohen wichtige und mehrwerthaltige Informationen zwischen Belanglosigkeiten unterzugehen.

Zeitmanagement und Redaktionsplan

Deshalb spielen Zeitmanagement und Redaktionspläne bei der Verwaltung einer Unternehmensseite eine wichtige Rolle.
Wenn es darum geht, wie oft ein Administrator auf der Firmenseite postet, sind sämtliche Extremformen schwierig und können im schlimmsten Fall sogar Abonnenten und Kunden vergraulen.
Aufgrund zeitlicher Engpässe, finden zuständige Personen nämlich nicht immer Zeit für qualitativ hochwertige Postings. Ohne regelmäßigen Input gibt es für aber User kaum einen Grund, die Seite mit „Gefällt mir“ zu markieren.

Umgekehrt können aber auch zu viele Postings die potenziellen Kunden abschrecken. Wenn Nutzerinnen und Nutzer mit Informationen überschüttet werden, sind sie möglicherweise verärgert und entfernen auch in diesem Fall die „Gefällt mir“-Kennzeichnung.

Facebook bietet jedoch eine Funktion zur Planung von Beiträgen an, die in beiden Fällen eine gute Hilfe sein kann. Durch diese Beitragsplanung kann nämlich festgelegt werden, an welchen Tagen ein Posting erscheint. Somit kann die Seite zu geregelten Zeitpunkten mit Informationen gefüllt werden, auch wenn der Administrator zu einem bestimmten Termin keine Möglichkeit hat, Themen aufzubereiten. Ein Redaktionsplan schafft zudem Struktur und Übersichtlichkeit. Wer beispielsweise festlegt, jeden Dienstag ein neues Posting zu verfassen, der beliefert seine Seite regelmäßig mit Informationen, setzt sich dabei jedoch nicht selbst unter Druck.

Wann der beste Zeitpunkt für ein Posting ist, kann der Facebook-Statistik entnommen werden. Dort zeigt ein Diagramm an, wann besonders viele Personen der Zielgruppe online sind und wann der Beitrag fast niemanden erreichen würde. Das erhöht wiederum die Reichweite des Beitrags und somit möglicherweise die Aufmerksamkeit, die der Unternehmensseite zuteilwird.

Seriosität als wichtige Grundlage

Die Inhalte auf einer Unternehmensseite können gelegentlich auch eher persönlicher Natur oder humorvoll gemeint sein. Dennoch sollte die Seriosität der Seite dabei gewahrt bleiben.
Grammatik- oder Rechtschreibfehler irritieren in dieser Hinsicht und schaden ebendiesem seriösen Anspruch. Im Zweifelsfall kann es helfen, wenn eine zweite Person die Postings noch einmal gegenliest, so kann sichergestellt werden, dass auch unter Zeitdruck kein Fehler übersehen wird.

Rechtliche Konsequenzen bei falschem Umgang mit sozialen Netzwerken

Im schlimmsten Fall kann ein fehlerhafter Umgang mit Plattformen wie Facebook sogar rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Auch wenn der Umgangston auf Facebook möglicherweise etwas lockerer ist, als auf der Firmenwebsite, gelten hier ähnliche Regelungen. So sind beispielsweise Angaben im Rahmen eines Impressums unbedingt notwendig, sonst kann sogar eine Abmahnung drohen. Wer häufig fremde Inhalte teilt, muss ebenfalls vorsichtig sein. Auch wenn das Teilen von Beiträgen einen großen Bestandteil der Plattform Facebook ausmacht, ist es nicht erlaubt, einfach Bilder aus einem anderen Beitrag zu posten (Stichwort: Urheberrecht).

Alles richtig gemacht und trotzdem hagelt es Kritik

Auch wenn ein Administrator qualitativ hochwertige Postings verfasst und viele Kunden für sich gewinnt, lässt sich gelegentlich nicht vermeiden, dass zwischen einigen positiven Kommentaren auch ein negativer erscheint. In diesem Fall ist genau abzuwägen, was zu tun ist.

Die Möglichkeiten, die sich in der Situation bieten sind: den Kommentar einfach ignorieren, ihn verbergen, löschen oder darauf antworten.

Wer auf den Kommentar antwortet, nimmt Kritikern womöglich den Wind aus den Segeln und hat die Möglichkeit, die Kritikpunkte zu klären und eventuell Missverständnisse aus der Welt zu schaffen. Vielleicht macht der Kommentar auch auf ein Problem oder einen Missstand aufmerksam, der weiter verfolgt werden sollte.

Ignoriert ein Administrator die negative Kritik, bleibt diese für alle sichtbar. Das kann möglicherweise ein schlechtes Licht auf das Unternehmen werfen, zeigt aber auch Transparenz: Obwohl der Kommentar möglicherweise andere Nutzerinnen und Nutzer beeinflusst, wird gleichzeitig deutlich, dass auf dieser Seite auch Kritiker zu Wort kommen.

Wenn der Verwalter der Unternehmensseite einen Beitrag verbirgt, geschieht das ohne das Wissen des Verfassers. Dieser, ebenso wie die Facebook-Freunde desselben sehen den Text bzw. das Bild weiterhin, alle anderen Nutzerinnen und Nutzer nicht. Manche User sprechen jedoch in diesem Zusammenhang von einer Verfälschung der Tatsachen und stehen solchen Vorgängen entsprechend kritisch gegenüber.

Das Löschen geht noch einmal eine Stufe weiter. Der Kommentar ist nicht mehr öffentlich zu sehen, auch nicht für die Verfasserin, den Verfasser oder derem/dessen  Freundinnen und Freunden. Dieser Vorgang wird von Usern oft sehr stark als Einschränkung der Meinungsfreiheit verurteilt und sollte begründbar sein. Zudem empfiehlt es sich, innerhalb des Unternehmens festzulegen, unter welchen Bedingungen Anmerkungen gelöscht oder verborgen werden dürfen.

Fazit

Facebook-Unternehmensseiten bieten viele hilfreiche Möglichkeiten, um mit Kundinnen und Kunden in direkten Kontakt zu treten. Dabei sollte der Administrator jedoch besonders Wert auf mehrwerthaltigen Content, Interaktivität und Abwechslung Wert legen. Dies soll allerdings nur in einem bestimmten Rahmen geschehen. Wer zu viele Informationen postet, sorgt nicht für Abwechslung, sondern für Überforderung. Außerdem sind Seriosität und die Einhaltung rechtlicher Bedingungen nicht optional, sondern Grundvoraussetzungen für eine Unternehmensseite auf Facebook. In einigen Fällen kann es sich auch anbieten, bereits vor dem Start einer solchen Seite interne Absprachen zu treffen. Ein Beispiel hierfür wäre die Diskussion darüber, in welchen Fällen Kommentare entfernt werden dürfen.


Quelle Beitragsbild: © maxmitzu – Tablet computer background – https://photodune.net/item/tablet-computer-background/5568893 – Item-ID: 5568893

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